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Material:
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1 ml Serum |
Diagnostik:
 | bei akuten Beschwerden →
Stuhluntersuchung (Yersinia-Direkt-Nachweis) |
 | bei Folgekrankheiten (z.B. reaktiver Arthritis) und
retrospektiver Diagnosesicherung →
serologischer Nachweis |
 | serologischer Nachweis bei V.a. Yersinia pestis obsolet →
immer Yersinia-Direkt-Nachweis |
Norm:
 | ELISA:
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| Test |
Ergebnis |
Bewertung |
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IgG-ELISA
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<20 U/ml
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negativ
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20-30 U/ml
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schwach positiv
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>30 U/l
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positiv
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IgM-ELISA
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<10 U/ml
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negativ
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| 10-15 U/ml |
schwach positiv |
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>15 U/l
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positiv
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 | Blot:
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| Test |
Ergebnis |
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IgG-Blot
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negativ
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IgM-Blot
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negativ
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Bewertung:
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Befund
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Bedeutung
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Bewertung
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keine oder ausschließlich unspezifische Banden
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negativ
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keine Hinweis für akute/abgelaufene Yersiniose
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eine spezifische Bande
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auffällig
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V.a. Yersiniose, Kontrolle in 3-4 Wochen empfohlen
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zwei spezifische Banden
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positiv
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Infektion anzunehmen:
 | IgG-Titer persistieren über Jahre |
 | IgA-Titer sprechen für eine frische Infektion |
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isolierte 36 kD (YopD)-Bande im IgG-Blot
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auffällig
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V.a. Yersiniose, Kontrolle in 3-4 Wochen empfohlen
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isolierte 36 kD (YopD)-Bande im IgA-Blot
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positiv
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ca. 90% der Patienten mit Yersinien-Arthritis bilden
IgA-Antikörper gegen das p36-Antigen
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 | spezifische Banden im Yersinien-Blot:
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Molekulargewicht
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Bezeichnung
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51 kD
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YopH (Oberflächenantigen)
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44 kD
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YopM (Oberflächenantigen)
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41 kD
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YopB (Oberflächenantigen)
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37 kD
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LcrV
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36 kD
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YopD (Oberflächenantigen)
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33 kD
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YopN (Oberflächenantigen)
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23 kD
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YopE (Oberflächenantigen)
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 | Hinweise zur Bewertung:
 | häufige Kreuzreaktionen des ELISA-Tests mit Brucellen und Salmonellen lassen sich durch den Immunoblot
ausschließen! |
 | erhöhte Titer bzw. spezifische Banden im Immunoblot
sprechen für durchgemachte Infektion |
 | bei normalem Verlauf fallen IgA-Titer nach einigen Wochen
wieder ab |
 | bei postinfektiösen Komplikationen (z.B. reaktiver
Arthritis) persistieren IgA-Titer (insbesondere YopD) über Monate bis Jahre |
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Erreger:
 | Familie der Enterobacteriaceae |
 | Spezies:
 | Yersinia enterocolitica |
 | Yersinia pseudotuberculosis |
 | Yersinia pestis |
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 | gramnegative, bewegliche Stäbchen |
Epidemiologie:
 | enteritische Yersinien:
 | Inzidenz (Deutschland): ca. 5000
Krankheitsfälle/Jahr (2005) |
 | weltweit verbreitet |
 | hauptsächlich in gemäßigten Klimazonen |
 | Übertragung:
 | hauptsächlich Schweinefleisch |
 | Milch |
 | Käse |
 | Rindfleisch |
 | Wasser |
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 | Hauptreservoir:
 | Schweine (bei 70% der Schweine wurden
Yersinien nachgewiesen, 20% des rohen Schweinehackfleisches
enthält Yersinien) |
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 | weitere Übertäger:
 | Nagetiere |
 | Kaninchen |
 | Hühner |
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 | Pest:
 | endemisch in Asien (Zentral- und SO-Asien, Indonesien),
Afrika (Zentral- und Südafrika, Madagaskar) und Amerika (SW der USA, Mexiko,
Zentral- und Südamerika) |
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Übertragungswege:
 | enteritische Yersinien:
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 | Pest:
 | Übertragung über Vektoren:
 | Rattenfloh (Xenopsylla cheopsis): Nager→Mensch |
 | in Südamerika auch über Menschenflöhe: Mensch→Mensch |
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 | aerogene Übertragung bei Lungenpestfällen möglich |
 | Übertragung auch bei direktem Kontakt mit befallenen |
 | Hausratten, aber auch Haustiere (Katzen), können die
befallenen Rattenflöhe aus dem sylvatischen, enzoonotischen Zyklus in
menschliche Siedlungen importieren |
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Inkubationszeit:
 | enteritische Yersinien:
 | 3-10 (meist 3-7) Tage |
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 | Pest:
 | 2-6 Tage, bei Lungenpest wenige Stunden |
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Klinik:
 | enteritische Yersinien:
 | Beginn meist akut:
 | wäßrige Durchfällen (insbesondere bei Kleinkindern) |
 | abdominellen Schmerzen |
 | Fieber |
 | Kopfschmerzen |
 | Pharyngitis |
 | Übelkeit und Erbrechen
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 | Pseudoappendizitis:
 | bei älteren Kindern kann es zu einer Lymphadenitis
mesenterica kommen: |
 | klinisches Bild ähnelt einer Appendizitis (=Pseudoappendizitis) |
 | ca. 30% aller Appendizitiden werden auf eine Yersiniose
zurückgeführt!
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 | Erythema nodosum:
 | Bei ca. 10% der betroffenen Erwachsenen (v.a. bei Frauen)
entwickelt sich ein Erythema nodosum.
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 | Reiter-Syndrom:
 | postinfektiöses Geschehen |
 | nahezu ausschließlich Erwachsene betroffen |
 | Trias (Symptome können auch alleine auftreten):
 | reaktive Arthritis |
 | Urethritis |
 | Iritis |
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 | Assoziation mit HLA-B-27
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 | Septische Verläufe sowie das Entstehen einer
Osteomyelitis oder von Leberabszessen sind bekannt (insbesondere bei
Immunschwäche).
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 | Y. enterocolitica → eher
gastroenteritisches Krankheitsbild |
 | Y. pseudotuberculosis → häufiger Bild einer Pseudoappendizitis
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 | Pest:
 | eventuell kleiner Primäraffekt an der Eintrittsstelle →
akut einsetzendes schweres Krankheitsgefühl mit hohem Fieber, Schüttelfrost,
Schwindelgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen (Exotoxinwirkung) →
Innerhalb von 1-2 Tagen entsteht eine stark schmerzhafte, häufig bläulich
livide verfärbte Schwellung einer Lymphknotengruppe (Primärbeule = Bubo, bei
Erwachsenen meist in der Leiste lokalisiert, [Flohstichstelle meist am Bein
lokalisiert], bei Kindern können auch andere Regionen betroffen sein → selten kommt es zu einer spontanen Eröffnung der Beule mit
Drainage nach außen (mit einer günstigeren Prognose verbunden) → normalerweise schreitet die Erkrankung rasch fort →
gegen Ende der ersten Krankheitswoche werden weitere Lymphknotengruppen und im
Rahmen der Generalisierung sekundär auch verschiedene Organe, insbesondere
die Lunge, befallen |
 | Unbehandelt liegt die Letalität der Bubonenpest bei ca.
30-40%. |
 | Der Kontagiositätsindex der zur primären Lungenpest
führenden aerogenen Infektion ist sehr hoch →
bei nahezu allen nichtimmunen Kontaktpersonen kommt es innerhalb von 1-2 Tagen
zur Pestpneumonie mit blutig-eitrigem Auswurf →
unter dem Bild einer foudroyanten Bronchopneumonie versterben die Patienten
innerhalb einer Woche |
 | Eine Pestsepsis kann sowohl aus einer Bubonenpest als
auch Lungenpest entstehen → Diese
führt innerhalb von 1-2 Tagen immer zum Tode. |
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Therapie:
 | enteritische Yersinien:
 | normale Infektion:
 | Therapie über 1 Woche |
 | Cotrimoxazol |
 | Tetrazykline |
 | Chinolone |
 | Das Standardwerk der Antibiotika-Therapie (Stille
et. al.,
Antibiotika-Therapie, 11. Auflage, Schattauer 2005) hält eine
Antibiotika-Therapie in jedem Fall für ratsam zur Verhinderung von
Komplikationen, Nachkrankheiten (reaktiver Arthritis) und protrahierten
Verläufen. |
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 | Sepsis:
 | Ciprofloxacin i.v. plus Gentamycin für 2-4 Wochen
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 | Pest:
 | Streptomycin:
 | Mittel der Wahl |
 | 2 mal täglich 15 mg/kg Körpergewicht |
 | Dauer: 10 tage |
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 | Alternativen:
 | Doxycyclin täglich 0,2 g i.v. |
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 | Meningitis:
 | Chloramphenicol |
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 | Prophylaxe Kontaktpersonen:
 | ein mal täglich 100-200 mg Doxycyclin für 1 Woche |
 | oder: 2 mal täglich 480mg Cotrimoxazol für 1 Woche |
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Meldepflicht:
 | Labor:
 | nach § 7 meldepflichtiger Nachweis von Yersinia pestis, Yersinia
enterocolitica |
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 | niedergelassener Kollege:
 | Meldepflichtige Krankheiten nach § 6
 | Verdacht, Erkrankung und Tod an Pest |
 | Verdacht und Erkrankung an eine akuten mikrobiellen
Gastroenteritis oder Lebensmittelintoxikation:
 | wenn eine Beschäftigung im Lebensmittelverkehr bzw. in Küchen
für Gemeinschaftseinrichtung vorliegt (§ 42) |
 | wenn 2 oder mehr Erkrankungen mit anzunehmendem
epidemischen Zusammenhang auftreten |
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 | siehe Tabelle:
Melde- und Erfassungspflicht nach IfSG, meldepflichtige
Erkrankungen
|
 | Die Pest ist eine der vier international vorgeschriebenen
Quarantänekrankheiten! |
Expositionsprophylaxe
 | Schutzkleidung |
 | Chemoprophylaxe bei möglichem Kontakt (s.o.) |
Siehe auch:
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