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 Patienteninformation zum Quick-Wert und der INR 

     

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Quick-Wert, Patienteninformation

  

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Dr. med. Olav Hagemann

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Patienteninformation zum Quick-Wert (=Thromboplastinzeit=TPZ) und der INR (International Normalized Ratio)

Was ist das „Gerinnungssystem“ ?

Jeder Mensch kann sich verletzen. Dies kann sowohl äußerlich (sichtbar) als auch innerlich (unsichtbar) geschehen. Jeden Tag muss sich der Körper mit mehreren hundert Klein- und Kleinstverletzungen auseinandersetzen. Das Gerinnungssystem erkennt und verschließt diese durch Verletzungen oder aber spontan entstandenen „undichten Stellen“ des Körpers.

Welche „Gerinnungssysteme“ gibt es ?

Das Gerinnungssystem erkennt auf zwei verschiedene Arten, dass es benötigt wird:

bullet

Bei einer Verletzung von Körperzellen tritt zunächst Blut aus der Verletzungswunde aus. Als erste Blutstillungsmaßnahme bilden die Blutplättchen durch Verklumpung einen relativ instabilen Pfropfen in der Wundfläche. Danach wird aus dem Gewebe (z.B. der Haut) eine Substanz (Gewebsthrombokinase oder Faktor III genannt) freigesetzt. Diese Substanz aktiviert wie bei einem „Dominoeffekt“ andere Substanzen, was wiederum letztendlich eine Art „Gewebsklebstoff“ (Fibrinogen) aktiviert, der dann die entstandene Verletzung „zuklebt“. Dieses System wird in der Fachsprache „exogenes oder extrinsisches System“ (von außen aktiviertes System) genannt. Dieses System spielt zum Beispiel bei Schnittverletzungen eine Rolle.

bullet

Erkennt der Organismus einen Fremdkörper, der im körpereigenen Gewebe liegt, wird einerseits eine Entzündungsreaktion ausgelöst, andererseits Gerinnungsfaktoren (Faktor XII und Faktor XI) direkt durch den Kontakt zum Fremdkörper aktiviert. Der dadurch angestoßene „Dominoeffekt“ (Aktivierung jeweils anderer Substanzen) führt wie oben beschrieben auch zu einer Aktivierung des „Gewebsklebstoffes“ Fibrinogens. Dieses System wird „endogenes oder intrinsisches System“ (von innen aktiviertes System) genannt.

Wie funktioniert das „Gerinnungssystem“ ?

Die Gerinnung ist immer ein Wechselspiel von zwei Faktoren: Einerseits versucht der Körper kleine und kleinste Wunden zu verschließen (Hämostase), andererseits wird bei einem zu starken oder fehlgeleitetem Einsatz des „Gewebsklebers“ Fibrin dieser wieder abgebaut (Fibrinolyse).

Welche Störungen kann das„Gerinnungssystem“ haben ?

Es gibt im wesentlichen zwei Störungen des Gerinnungssytems: Funktioniert es zu schwach ist die Folge eine zu lange und zu starke Blutung. Ist die Funktion dagegen zu stark, bilden sich Blutgerinnsel unnötig an den falschen Stellen, zum Beispiel in Venen (meist in Form von Thrombosen) oder in den Arterien (meist in Form von Embolien). Die Ursachen für eine verstärkte Blutungsneigung sind manchmal angeboren und vererbt („Bluter-Krankheit"), häufiger aber durch Medikamente (z.B. Aspirin) verursacht. Da in der Leber viele Stoffe, die für die Gerinnung notwendig sind, gebildet werden, kann eine Blutungsneigung auch durch Lebererkrankungen verursacht sein. Die Neigung zu Thrombosen (Gefäßverschlüsse, die direkt vor Ort im Blutgefäß entstehen) kann durch Gefäßveränderungen (Krampfadern, Arteriosklerose) bedingt sein. Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen und die Einnahme der “Pille“ sind weitere verstärkende Faktoren. In seltenen Fällen liegt eine erbliche Ursache vor. Embolien (Verschleppung von Blutgerinnseln) entstehen durch einen „Blutpfropfen“, der in eine Arterie gespült wird und diese verschließt. Wenn sich der „Pfropfen“ in der Arterie nicht auflöst oder eine „Umgehungsstraße“ für des Blut besteht, stirbt das hinter dem Verschluss liegende Gewebe ab. Lungenembolien entstehen meist aus lockere „Blutpfropfen“ in den Venen (Thrombosen) die vom Herz „angesaugt“ und in die Arterien gespült werden. Bei einigen Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern) kann in den Herzkammern ein „Blutpfropf“ entstehen der dann zum Beispiel in die Gehirnarterien gespült wird (Schlaganfall).

Welche Wirkung hat Marcumar ?

Für die Gerinnung sind verschiedene so genannte Faktoren notwendig, die mit den römischen Ziffern I – XV bezeichnet werden (siehe auch: „Welche Gerinnungssysteme gibt es ?“). Diese Faktoren aktivieren sich in einem bestimmten Schema (wie bei einem „Dominoeffekt“) und bilden letztendlich den „Gewebskleber“ Fibrin. Für diese Funktion benötigen einige Faktoren (Faktoren II, VII, IX, X) das Vitamin K. Das Vitamin K kommt unterschiedlich stark in Pflanzen vor und wird mit Hilfe von Darmbakterien vom Körper aufgenommen. Durch Marcumar wird die Bildung der oben genannten Gerinnungsfaktoren, die das Vitamin K benötigen, gehemmt. Dies führt wiederum dazu, dass das Gerinnungssystem „gebremst“ wird (verzögert und schwächer reagiert).

Wann wird Marcumar eingesetzt ?

Marcumar wird neben anderen Medikamenten eingesetzt zur Behandlung von Thrombosen und Embolien, um die Blutgefäße wieder durchgängig zu machen bzw. offen zu halten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verhinderung (Prophylaxe) von (erneuten) Gefäßverschlüssen. Besteht nach einem Herzinfarkt ein erhöhtes Risiko eines weiteren Infarktes, kann die Gabe von Marcumar sinnvoll sein. Auch die erhöhte Gefahr von Embolien (z.B. einer Lungenembolie nach Beinvenenthrombose oder einer Hirnarterienembolie bei Vorhofflimmern) kann den Einsatz von Marcumar bedingen.

Was hat der „Quick-Wert“ mit Marcumar zu tun?

Nach Einnahme der Marcumar-Tablette wird das Medikament bei verschiedenen Patienten in unterschiedlichem Maße aufgenommen, was einerseits erklärt, dass jeder Patient eine individuelle Dosierung dieses Medikamentes benötigt, andererseits kontrolliert werden muss, welcher Anteil der Marcumar-Tablette tatsächlich in der Blutbahn die Wirkung entfaltet. Da Marcumar wie oben beschrieben die Gerinnung über die Hemmung des Vitamin K bremst, kann nach der Abnahme im Labor künstlich die Vitamin-K-abhängige Gerinnung in Gang gebracht werden. Der mit dieser Methode ermittelte Quick-Wert in % ist wie folgt zu interpretieren:

Ein Quick-Wert von 20% bedeutet, dass das Vitamin-K-abhängige Gerinnungssystem durch das Marcumar nur noch 1/5 der Aktivität eines durchschnittlichen „Gesunden“ besitzt. Dadurch, dass die Gerinnung „verlangsamt“ ist, können einerseits (erwünschterweise) keine Blutgerinnsel in den Blutgefäßen entstehen, andererseits dauert (unerwünschterweise) die Blutstillung bei einer Verletzung länger.

Wie schnell und wie lange wirkt Marcumar ?

Die Halbwertzeit (die Zeit in der die Hälfte des Medikamentes im Körper abgebaut ist) von Marcumar beträgt 150 Stunden! Konkret bedeutet dies, dass von einer heute eingenommenen Marcumar-Tablette in ca. 6 Tagen noch eine halbe Tablette wirkt. Der Quick-Wert wird somit nur zum geringeren Teil von der gestrigen Tabletteneinnahme beeinflusst, zum erheblich größeren Teil spielt die Medikamenteneinnahme der gesamten letzten Woche eine Rolle. Dies ist auch der Grund, warum bei einer Einstellung auf Marcumar am Anfang große Schwierigkeiten bestehen, durch eine richtige Dosierung einen konstant optimalen Quick-Wert zu erreichen.

Beeinflusst die Ernährung den Quick-Wert ?

Ja, alle Nahrungsmittel, die Vitamin K enthalten, schwächen die Wirkung des Marcumars ab. Vitamin K ist insbesondere in Kohlsorten, aber auch in anderem Gemüse und Salaten enthalten.

Kann ich Quick-Werte vergleichen ?

Leider sind trotz sorgfältiger Analyse im Labor die einzelnen Testmethoden untereinander nicht vergleichbar. Schwankungen von mehr als 1/3 bei den Quick-Werten werden im Einzelfall beobachtet. Das heißt, ein in einem Labor (korrekt) gemessener Quick-Wert von 24% wird z.B. mit einem Selbstmessgerät vom Patienten gleichzeitig (korrekt) mit 32% gemessen! Selbst innerhalb eines Labors werden bei Benutzung eines neuen Testkits Schwankungen von üblicherweise jedoch nicht mehr als 1/10 des Quick-Wertes beobachtet!

Was ist der INR ?

Um diese Schwankungen zu verhindern wurde von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) die Auflage gemacht, alle Methoden auf ein offizielles Standardserum zu normieren. Jedes Labor und jedes Selbstmessgerät ist in der Lage, nach Durchführung einer Eichmessung oder Eingabe eines vom Reagenzhersteller ermittelten Normwertes INR-Werte auszugeben. INR-Werte unterliegen im Gegensatz zu den Quick-Werten keinen Schwankungen und sind bei allen Laborpraxen oder Selbstmessgeräten vollkommen vergleichbar!

Unten finden Sie eine Tabelle mit den „Zielbereichen“, die bei einer Marcumareinstellung erreicht werden sollten in Abhängigkeit von den Grunderkrankungen:

Erkrankung INR (Zielbereich)
bullettiefe Beinvenenthrombose
bulletLungenarterienembolie
bulletVorhofflimmern

2,0-3,0

bulletmechanische Herzklappe

3,0-4,5

Worauf muss ich als Marcumar-Patient sonst noch achten ?

Marcumarpatienten sollten immer einen Marcumar-Ausweis, eine Plakette oder eine gut auffindbare Hinweiskarte mit sich führen, damit im Falle eines Unfalls die richtigen Maßnahmen getroffen werden können. Bei Stürzen oder größeren Verletzungen sollte in jedem Falle ein Arzt konsultiert werden. Injektionen in den Muskel (Impfungen, Schmerzmittel, etc.) sollten nicht erfolgen! Ebenso sollte bei Lumbalpunktionen, Angiographien und operativen Eingriffen auf die Marcumareinnahme hingewiesen werden. Eine Schwangerschaft sollte bei Marcumargabe (bis zu 3 Monaten nach der Einnahme) durch Verhütungsmittel sicher verhindert werden, da Missbildungsschäden des Neugeborenen nicht ausgeschlossen werden können! Mütter, die Marcumar einnehmen, sollten nicht stillen (Medikament geht in die Muttermilch über). Patienten mit einem hohen, lebensbedrohlichen Blutungsrisiko (Aneurysma) oder Herzentzündungen (Endokarditis, Perikarditis) sollten kein Marcumar erhalten! Als Nebenwirkung bei Langzeiteinnahme wurden Allergien und Verminderung der Knochensubstanz (Osteopenie) beschrieben.

Wichtiger Hinweis:

Die Gerinnung und der Einsatz von Marcumar ist ein sehr umfangreiches Thema, das hier nur stark verkürzt und vereinfacht dargestellt werden kann. Außerdem kann diese Übersicht nicht auf jeden einzelnen Fall eingehen. Ein Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt ist und bleibt deswegen unerläßlich. Er wird Ihnen offene Fragen gerne beantworten.

 

© 1999-2006 Olav Hagemann, www.laborlexikon.de, Reproduktion oder Verwertung - auch auszugsweise - ausschließlich mit Genehmigung des Autors

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