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Dr. med. Olav Hagemann

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Synonym:  

bullet dicker Tropfen
bulletMalaria-Ausstrich
bulletmikroskopischer Plasmodiennachweis

Material:  

bullet frisches EDTA-Blut
bulletoder 3 Blutausstriche

Norm:  

bullet negativ

Erreger:

bulletProtozoen der Gattung Plasmodium
 

Erreger

Verlaufsform

bulletPlasmodium falciparum

M. tropica

bulletPlasmodium malariae

M. quartana

bulletPlasmodium vivax
bulletPlasmodium ovale

M. tertiana

 

Pathogenese:

bulletInfektionszyklus:
bulletMückenstich einer infizierten Mücke → aus dem Speichel der Mücke werden Sporozoiten in die Blutbahn abgegeben → diese dringen innerhalb von 30 Minuten in Leberparenchymzellen ein  → innerhalb von 5–14 Tagen entwickeln sich dort durch Teilung zu Gewebsschizonten (enthalten je nach Plasmodienspezies mehrere Tausend Merozoiten) → Ruptur der befallenen Leberzelle → Schizonten ergießen sich in die Blutbahn des Lebersinus und dringen unverzüglich in Erythrozyten ein  → Reifung sie je nach Spezies innerhalb von 48–72 Stunden zu Schizonten → Ruptur der Erythrozytenmembran → nach einigen Zyklen entwickeln sich Gametozyten, die beim Blutsaugen der Mücke aufgenommen werden und sich letztlich zu Sporozoiten entwickeln  → diese werden in der Speicheldrüse der Mücke angereichert.
bulletklinisches Bild abhängig von der Parasitendichte:
bulletVerbrauch von erythrozytärem Sauerstoff und Glucose durch den Parasiten → systemische Gewebshypoxie, Hypoglykämie und Lactazidose.
bulletAusbildung von „Knobs” auf der Membran der befallenen Erythrozyten → Adhärenz an das Kapillarendothel → kapillare Stase und lokale Gewebshypoxie (besonders Gehirn betroffen)
bulletDer Parasit baut sich seine Strukturen aus dem Hämoglobinmolekül auf → hämolytischen Anämie und Aktivierung von Makrophagen mit Freisetzung von TNF

Epidemiologie:

bulletDie Malaria ist die wichtigste Tropenkrankheit in den Endemiegebieten der Tropen und die wichtigste importierte Tropenkrankheit in Europa
bulletca. 300-500 Millionen Erkrankungen/Jahr, davon 90% in Afrika
bulletIn Deutschland werden mit steigender Tendenz jährlich etwa 800- 1000 Fälle gemeldet:
bulletdavon wird zu 65% M. tropica diagnostiziert
bulletHauptverbreitungsgebiete: 
bullet Afrika südlich der Sahara
bulletSüd- und Mittelamerika
bulletSüd- und Südostasien
bulletsiehe auch Tabelle: Prophylaxe in Malaria-Endemie-Gebieten

Übertragungswege:

bulletHauptwirt und Überträger der Malaria sind weibliche Stechmücken (60 Arten der Gattung Anopheles), die zur Eireifung menschliches Blut benötigen. Deren typisches Biotop bestimmt die Verbreitung der Malaria.

Inkubationszeit:

Erreger

Inkubationszeit

Hypnozoitenbildung *

P. falciparum

7-14 Tage

nein

P. vivax

10-20 Tage

ja

P. ovale

10-20 Tage

ja

P. malariae

20 -40 Tage

nein

Latenzformen*:

bullet Plasmodium vivax und ovale:
bullet einige Leberschizonten verbleiben als einzellige Hypnozoiten in einer mehrmonatigen oder mehrjährigen Ruhephase → es können sich jederzeit Merozoiten entwickeln, die wiederum Erythrozyten befallen → Rezidiv
bullet Plasmodium malariae:
bulletRuhephase kann Jahrzehnte dauern
bullet Plasmodium falciparum:
bullet keine Hypnozoiten → keine Rezidive

Klinik:

bulletunkomplizierte Malaria:
bullet1-5 % Erys parasitär befallen
bulletinitial grippeähnliche Symptome (CAVE: Fehldiagnose)
bulletstarke Kopfschmerzen
bulletuntypisches Fieber (nur selten wie im Lehrbuch)
bullet"Bronchitis"
bulletBauchschmerz
bulletDiarrhoe
bulletIkterus
bulletSchüttelfrost
bulletSplenomegalie (ab 2. Woche)
 
bulletkomplizierte Malaria:
bullet> 5 % Erys befallen
bulletBewußtseinstrübung bzw. Krampfanfälle (zerebrale Malaria)
bulletnormozytäre Anämie (Hämolyse)
bulletNiereninsuffizienz
bulletHypoglykämie
bulletDIC (siehe Verbrauchskoagulopathie)
bulletSchock
bulletLungenödem
bulletHyperpyrexie
bulletHämoglobinurie
 
bulletatypische Verläufe:
bulletnach Prophylaxe sind aberante Verläufe möglich
bulletRezidive können noch Jahre nach der Erstinfektion auftreten

Fieberrhythmus:

Malariatyp

Erreger

typischer Fieberrhythmus

M. tropica

Pl. falciparum

bulletunregelmäßig

M. quartana

Pl. malariae

bulletFieber: ca. 72 h
bulletdann 2 Tage ohne Fieber

M. tertiana

Pl. vivax und Pl. ovale

bulletFieber ca. 48 h
bullet dann 1 Tag ohne Fieber

CAVE: oft untypische Fieberverläufe!

Immunität:

bulletBewohner in Endemiegebieten erwerben im Verlauf mehrerer Jahre eine Teilimmunität, die ein abgeschwächtes Krankheitsbild bewirkt, nicht jedoch die Infektion verhindert.
bulletangeborene Schutzfaktoren sind:
bulletgenetisch bedingte Hämoglobinopathien, z. B.:
bulletG-6-PDH-Mangel 
bulletThalassämie
bulletHeterozygotie des Sichelzellgens (siehe Hämoglobin-S)
bulletdie Hämoglobinopathien schützen durch verminderte Erythrozytenresistenz vor massiven Parasitämien und vermindern die Letalität
bulletfehlendes Duffy-Blutgruppenantigen (Schutz gegen P. vivax)

Therapie:

bulletsiehe Abbildung: Vorgehen bei Malariaverdacht

Meldepflicht:

bulletLabor:
bulletnach § 7 meldepflichtiger Nachweis von Plasmodium spezies, nichtnamentliche Meldung des Erkrankten
bulletniedergelassener Kollege:
bulletkeine Meldung notwendig!
bulletsiehe Tabelle: Melde- und Erfassungspflicht nach IfSG, meldepflichtige Erkrankungen

Prophylaxe:

bulletsiehe Tabelle: Prophylaxe in Malaria-Endemie-Gebieten

Hinweise:

bulletBei negativem Befund und weiter bestehendem klinischen bzw. anamnestischen Verdacht Blutentnahme eventuell mehrmals (während des Fieberanstiegs) wiederholen
bulletungünstige Abnahmezeit, Antibiotika-Therapie und vorausgegangene Malariaprophylaxe können die Diagnose aufgrund der in solchen Fällen geringen Zahl von Plasmodien im Blut erschweren.
bulletUm falsch negative Befunde zu vermeiden, sollte grundsätzlich eine Untersuchung auf Malaria-Antikörper angeschlossen werden (siehe Malaria-Antikörper)
bulletauch ohne entsprechende Reiseanamnese können (selten) Malariafälle auftreten (z.B. „Flughafen-Malaria“)
bulletEin nicht auszuräumender klinischer (anamnestischer) Verdacht auf eine Malaria (insbesondere bei Verdacht auf komplizierten Verlauf) muß gegebenenfalls auch bei negativem Plasmodiennachweis und negativem Antikörpernachweis therapiert werden (hohe Letalität bei verzögerter Therapie einer Malaria tropica) → Rücksprache mit einem Tropeninstitut empfohlen, z.B.
 
Bernhard Nocht-Institut
für Tropenmedizin
Bernhard Nocht-Straße 74
20359 Hamburg
Telefon: 040-428180

Siehe auch:

bulletMalaria-Antikörper

 

     

 

 

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