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Material:
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1 ml Serum |
Norm:
| Methode |
Test |
Norm |
| KBR |
Influenza-A-KBR
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bis 1:40
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Influenza-B-KBR
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bis 1:40
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| IFT |
Influenza-A-IgA-IFT
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bis 1:10
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Influenza-A-IgG-IFT
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bis 1:10
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Influenza-B-IgA-IFT
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bis 1:10
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Influenza-B-IgG-IFT
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bis 1:10
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Bewertung:
| Test |
Ergebnis |
Bewertung |
| IFT IgG |
1:10
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 | keine Hinweis auf eine frische oder durchstandene
Infektion oder Immunität nach Impfung |
 | sehr frische Infektion vor Bildung von
IgG-Antikörpern |
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1:10-1:100
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 | frühere oder akute Infektion, Impf-Titer |
 | sehr frische Infektion mit beginnender Bildung
von
IgG-Antikörpern |
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| IFT IgA |
>1:100
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 | V.a. frische Infektion (auch ohne IgA-Titer) |
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1:10
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 | keine Hinweis auf eine frische Infektion |
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>1:10
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 | V.a. frische Infektion (auch ohne IgG-Titer) |
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 | IgA-Antikörper:
 | IgA-Titer fallen nach ca. 1 Monat wieder ab |
 | IgA-Antikörper sind nicht bei jedem frischen Infekt und
nicht
bei jedem Patienten nachweisbar. |
 | IgA- bzw. IgG-Titer sind ab ca. 5-10 Tage nach
Infektionsbeginn nachweisbar |
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 | IgG-Antikörper:
 | mittlere IgG-Titer können länger als 1 Jahr nachweisbar
sein |
 | IgA- bzw. IgG-Titer sind ab ca. 5-10 Tage nach
Infektionsbeginn nachweisbar |
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Morphologie des Virus:
 | Virus:
 | RNS-Einzelstrang-Virus |
 | segmentierte Genom (mit viralen Polymerasekomplex
und dem Nukleoprotein assoziiert)
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 | Klassifikation:
 | einziges Genus der Familie Orthomyxoviridae |
 | in die Typen A, B und C unterteilt:
 | nur Influenza-A- und -B-Viren sind für
den Menschen relevant |
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 | Morphologie:
 | Kugelform oder Fadenform |
 | Spike-artige Oberflächenstrukturen (werden durch
Glykoproteine Hämagglutinin (HA) und Neuraminidase (NA)
gebildet)
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 | Influenza A:
 | 16 verschiedene HA
und 9 NA bekannt |
 | Seit 1972 wurden über 20 Serovarianten des Typs A nach
dem H-N-System eingeordnet (z. B. das in Europa vorherrschende Hongkong-Virus
H3N2 oder „Sowjet 77“ H1N1) |
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 | Influenza B:
 | keine Subtypen
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 | Virusproteine
 | Hämagglutinin (HA):
 | Hauptkomponente der Immunantwort |
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 | Neuraminidase (NA):
 | Rolle bei der Freisetzung neu gebildeter
Viren aus der Zelle |
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 | M2-Protein:
 | integrales Hüllprotein (Matrixprotein) |
 | Angriffspunkt des Arzneimittels Amantadin |
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Pathogenese:
 | die hohe genetische Variabilität der Influenzaviren
hat folgende Ursachen:
 | hohen Mutationsfrequenz der Viren |
 | die acht Gensegmente, die das Influenzavirus
definieren, sind frei kombinierbar → Reassortment
(Genaustausch)
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 | Die auf der Virushülle lokalisierten Proteinantigene
Neuraminidase (NA) und Hämagglutinin (HA) zeichnen sich durch eine erhebliche
Antigenvariabilität aus:
 | Antigenshift:
 | plötzlich auftretende, meist erhebliche Veränderung der
Spezifität des Antigens |
 | nur bei Influenza A möglich |
 | Entstehung neuer Subtypen:
 | Reassortments:
 | Doppelinfektion einer Zelle mit zwei
verschiedenen Subtypen →
Vielzahl verschiedener
Mischviren entsteht durch Kombination der
Gensegmente → neue
Eigenschaften, z.B. Fähigkeit, sich effizient im
Menschen zu vermehren. |
 | Schweine besitzen für aviäre und
menschliche Influenzaviren Rezeptoren →
mögliche Ursache für neue Virustypen |
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 | Mutationen :
 | aviäre Influenzaviren können sich
wahrscheinlich auch durch Mutationen im Sinne einer
Antigenshift allmählich (ohne das Schwein als Zwischenwirt)
an den Menschen anpassen. |
 | wahrscheinlich ist das für die
Pandemie 1918 verantwortliche A/H1N1-Virus durch direkte
Anpassung eines vom Vogel abstammenden Virus auf den
Menschen hervorgegengen. |
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 | Zum Beispiel stellte das Auftreten des
Subtyps A/H2N2 im Jahre 1957 eine Antigenshift zu den bis dahin
zirkulierenden A/H1N1-Viren dar und führte zu einer Pandemie.
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 | Antigendrift:
 | Anhäufung von Punktmutationen →
führt stufenweise zu einer Veränderung der beiden
Oberflächenantigene HA und NA |
 | sowohl bei Influenza-A- als auch
Influenza-B-Viren möglich |
 | allmähliche, meist nur
geringgradige Veränderung der Struktur |
 | durch Mutation in der Aminosäuresequenz des
Hämagglutinins entstehen neue Varianten desselben Subtyps. |
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Immunität:
 | nur gegen Viren mit sehr hoher antigenetischer
Verwandtschaft besteht nach Infektion eine lang anhaltende Immunität |
 | eine ausreichende Veränderung des Virus können die
kontinuierlich entstehenden Driftvarianten bewirken →
jährliche Grippewellen durch Driftvarianten →
Grippeimpfstoff muß jedes Jahr den aktuellen
Driftvarianten angepasst werden |
Epidemiologie:
 | weltweit verbreitet |
 | Grippewellen (Epidemien) treten in Nord- sowie
Südhalbkugel jeweils in den Wintermonaten auf |
 | während der jährlichen Grippewellen werden schätzungsweise
10-20% der Bevölkerung infiziert.
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 | Typ A: seuchenhafter Ausbreitung →
Antigenshift, Antigendrift |
 | Typ B: sporadischen Erkrankungen (gelegentlich auch
Epidemien) → nur Antigendrift |
 | Typ C: epidemiologisch z. Z. unbedeutend
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 | Gegenwärtig zirkulieren in der menschlichen Bevölkerung
die Subtypen A/H1N1, A/H3N2 sowie Influenza B.
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 | „Pandemien“ durch Influenza entstehen durch das (Wieder-)Auftreten
eines Influenza-A-Subtyps, gegen den die Mehrheit der menschlichen Bevölkerung
nicht immun ist → weltumfassenden Epidemie =
Pandemie. Die drei Pandemien des letzten Jahrhunderts (1918, 1957 und 1968)
verursachten ca. 40 Millionen bzw. 1-2 und 0,75-1 Million Tote.
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Reservoir:
 | Influenza-A-Viren:
 | Menschen |
 | Säugern (Schweine, Pferde) |
 | Hauptreservoir:
 | Vögel, insbesondere Wasservögel |
 | bei Vögeln wurden alle bisher bekannten HA-
und NA-Subtypen entdeckt! |
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 | aviäre Influenza ("Vogelgrippe"):
 | menschliche und aviäre Influenzaviren binden
sehr spezifisch an unterschiedliche zelluläre Rezeptoren |
 | Schweine besitzen Rezeptoren sowohl für
menschliche als auch für aviäre Influenzaviren besitzt.
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 | Influenza-B-Viren:
 | ausschließlich Menschen |
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Übertragungswege:
 | Tröpfcheninfektion |
 | Kontaktinfektion: kontaminerte Gegenstände →
Hand-Mund/Hand-Nasen-Kontakt |
 | das Virus ist gegen Umwelteinflüsse relativ
empfindlich, kann aber bei niedrigen Temperaturen (z.B.
unter 20°C) im Wasser bis zu einigen Monaten persistieren. |
Inkubationszeit:
 | 1-3 Tage |
Infektiosität:
 | bereits 24 Stunden vor Auftreten der klinischen
Symptomatik |
 | Infektiosität gewöhnlich für 3-5 Tage |
 | kleine Kinder können Viren früher und für längere
Zeit als Erwachsene ausscheiden. |
Klinik:
 | Viren des Typs A verursachen bei Mensch und Tier (v. a.
Pferden und Vögeln) die Grippe, die alle 1-3 Jahre epidemisch und alle 12-24
Jahre pandemisch auftritt. |
 | Viren des Typs B oder C führen (nur beim Menschen) zu
sporadischen Erkrankungen
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 | Influenza-typische Symptomatik (influenza-like
illness, kurz ILI) :
 | plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber
(≥ 38,5 °C)
 | trockener Reizhusten
 | Muskel- und/oder Kopfschmerzen
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 | weitere Symptome:
 | Schwäche |
 | Abgeschlagenheit |
 | Schweißausbrüche |
 | Pharyngitis |
 | Tracheo-Bronchitis |
 | Pneumonie
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 | Komplikationen:
 | vor allem bei älteren Personen mit
Grundkrankheiten |
 | primäre Influenzapneumonie
→ perakute
Todesfälle innerhalb weniger Stunden beschrieben |
 | Otitis media bei Kindern |
 | Bakterielle Superinfektionen mit Staphylokokken, H. Influenzae, Pneumokokken u.a. |
 | Myokarditis |
 | Enzephalitis |
 | bei Kindern kann die Gabe von Salizylaten zum
Reye-Syndrom |
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Therapie:
 | Personen, die nicht zu den Risikogruppen gehören (unkomplizierter
Verlauf zu erwarten) → symptomatische
Therpaie
 | Antibiotika bei bakterieller Superinfektionen |
 | CAVE:
Salizylate (z.B. ASS) sind bei
Kindern mit Influenza kontraindiziert →
Gefahr des Reye-Syndroms (akute Enzephalopathie in Kombination mit
fettiger Degeneration der Leber) →
Für Kinder mit einer Dauermedikation von Salizylaten ist deshalb eine
Impfung besonders wichtig. |
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 | spezifische Therapie bei Personen mit einem
Komplikationsrisiko sinnvoll:
 | Therapie sollte spätestens 48 Stunden nach
Einsetzen der Symptome begonnen werden
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 | Amantadin:
 | M2-Membranproteinhemmer
→ hemmt
das virale Membranprotein →
verhindert das Eindringen des Virus in den Zellkern |
 | nur gegen Influenza-A-Viren wirksam |
 | führt rasch zur Bildung resistenter Viren |
 | relativ häufig neurologische Nebenwirkungen
(Schlaflosigkeit, Nervosität)
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 | Oseltamivir und Zanamivir:
 | Neuraminidasehemmer
→ blockieren
die Aktivität der viralen Neuraminidase
→ hemmen
Freisetzung neugebildeter Viren |
 | gegen Influenza-A- und Influenza-B-Viren
wirksam |
 | seltener Resistenzbildungen |
 | Nebenwirkungen:
 | Übelkeit/Erbrechen bei dem oral
einzunehmenden Oseltamivir |
 | gelegentlich asthmoide Anfälle bei dem
inhalativ einzunehmenden Zanamivir |
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 | Neuraminidasehemmer vermindern nicht nur den
Schweregrad und die Dauer der Erkrankung, sondern gewähren bei
rechtzeitiger Einnahme auch einen statistisch signifikanten Schutz
vor Hospitalisierung und tödlichem Verlauf. |
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 | Kinder:
 | Oseltamivir
→ bei
Kindern ab 1 Jahr |
 | Amantadin
→ bei
Kindern ab 5 Jahren |
 | Zanamivir
→ bei
Kindern ab 12 Jahren |
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 | Pandemieplan siehe RKI:
Influenzapandemieplanung |
Prophylaxe:
Meldepflicht:
 | Labor:
 | nach § 7 meldepflichtig: direkter
Nachweis von Influenzaviren (beinhaltet die ärztlichen
Praxen durchgeführte Schnelltests!) |
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 | niedergelassener Kollege:
 | Achtung: nach § 7 meldepflichtig →
positiver Influenza-Schnelltest! |
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 | siehe Tabelle:
Melde- und Erfassungspflicht nach IfSG
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Siehe auch:
Referenz:
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