15 Jahre Laborlexikon

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 C 

 Creutzfeldt-Jakob-Krankheit 

     

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Dr. med. Olav Hagemann

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Synonym:

bulletCJK
bulletCreutzfeldt-Jakob-Disease (CJD)
bullettransmissible virus dementia

Epidemiologie:

bulletweltweites Vorkommen
bulletkeine Geschlechterdisposition
bulletfamiliäre Häufungen beschrieben
bulletethnische Disposition beschrieben: 30fache Häufung bei Juden Libyens

TSE (transmissiblen spongiformen Enzephalopathien)

bulletdiese Gruppe umfaßt übertragbare schwammartige Gehirnveränderung bei Menschen und Tieren:
  
bulletManifestationen bei Menschen:
  
bullet Creutzfeldt-Jakob-Krankheit:
 
bulletsporadische Form (sCJK):
bullet erstmals 1920 beschrieben
bulletUrsachen:
bullet vermutlich durch Hirnhaut- und Hornhauttransplantationen
bulleterbliche Verläufe
bulletHirngewebe wird durch Zellzerfall und Eiweißablagerungen geschädigt 
bulletlangsam progredienter Verlust zunächst der geistig-kognitiven, im Verlauf auch der motorischen Fähigkeiten
bulletPrognose infaust (meist binnen sechs Monaten tödlich)
bulletoft ältere Patienten betroffen 
 
bullet neue Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (New Variant=nvCJK)
bullet1996 erstmals in Großbritannien aufgetreten 
bulletzeitlicher Zusammenhang mit dem erstmaligen Auftreten von BSE: wahrscheinlich wurde die BSE-Epidemie über eine orale Infektion (Verzehr von BSE-Rindfleisch) ausgelöst
bullet565 (RKI) bis 900 (SZG) erfaßte Fälle in Deutschland (1994-2002)
bulletoft jüngere Patienten betroffen (meist um das 30. Lebensjahr)
bulletPrognose infaust (im Durchschnitt 12 bis 14 Monate Krankheitsdauer)
 
bullet Kuru-Erkrankung
bulletendemisch im Hochland von Papua Neuguinea
bulletUrsache: kannibalische Riten:
bulletvor allem Frauen und Kinder betroffen, die im Rahmen religiöser Riten das menschliches Gehirn ihrer verstorbenen Angerhörigen essen
bullet nach dem Verbot des Kannibalismus ist die Krankheit verschwunden 
bulletPrognose infaust: meist innerhalb 6-9 Monaten letal
bulletzerebelläre Ataxie mit auffällig starkem Tremor
bullet selten mit Demenz
 
bulletGerstmann-Sträußler-Scheinker-Syndrom (=GSS)
bulletKlinik: primär Koordinationsstörungen, später Demenz
bulletgenetische Dispositionen: spezifische Mutationen auf dem Chromosom 20 
bulletweltweit sind etwa 50 Familien betroffen
  
bulletfatale familiäre Insomnie (=FFI, fatal familial insomnia)
 
bulletManifestationen bei Tieren:
 
bulletTraberkrankheit (engl. scrapie, franz. la tremblante)
bulleterstmals 1759 in Deutschland bei Schafen beschrieben
bulletSymptome: Bewegungsstörungen, Schüttellähmungen und Kratzen (daher aus dem Englischen: Scrapie)
bulletÜbertragungen vom Muttertier auf das Lamm und von Tier zu Tier sind beschrieben
bulletgenetische Komponenten spielen eine Rolle (hochgezüchtete Wollschaf-Rassen leiden häufiger an Scrapie als Fleischschafe und Landrassen
bulletBovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE, Rinder betroffen):
bulletseit Mitte der achtziger Jahre vor allem in Großbritannien aufgetreten
bulletUrsache ist wahrscheinlich die Verfütterung von Tiermehl, das aus mit von Traberkrankheit infizierten Schafen hergestellt wurde
bulletSymptome: Ängstlichkeit, Kopfscheuheit, Muskelzittern, Ataxie, Stürze
bulletFeline Spongiforme Enzephalopathie (FSE, Katzen betroffen):
bulletwie bei der nvCJD besteht ein zeitlicher Zusammenhang mit dem erstmaligen Auftreten von BSE: wahrscheinlich wurde auch die die FSE-Erkrankung über eine orale Infektion (Verzehr von BSE-Rindfleisch) ausgelöst 
bulletbetroffen sind Hauskatzen und Wildkatzen die (zumindest als Jungtier) in Großbritannien gehalten wurden und mit rohen Schlachtabfällen gefüttert wurden
bulletChronisch Zehrende Hirschkrankheit (CWD, chronic wasting disease)
bulletTransmissible Nerz-Enzephalopathie (TME, transmissible mink encephalopathy)
bulletExotische Huftier-Enzephalopathie (EUE, exotic ungulate encephalopathy)

Übertragung:

bulletgenetische Dispositionen beschrieben (Scrapie, Gerstmann-Sträußler-Scheinker-Syndrom)
bulletKannibalismus (Kuru)
bulletVerzehr von infizierten Nahrungsmitteln, hauptsächlich Nervengewebe (z.B. Rinderhirn) → BSE (bovine spongiforme Enzephalitis)
bulletiatrogen (wenige Fälle bekannt):
bullet Korneatransplantationen
bullet Anwendung von Silberelektroden im Rahmen stereotaktischer EEG-Untersuchungen
bulletneurochirurgische Eingriffen
bulletGabe von humanem Wachstumshormon, seit Einführung rekombinanten Wachstumshormons keine Gefährdung mehr!

Inkubationszeit:

bulletgeschätzt 5-50 Jahre

Erreger:

bulletes gibt 2 Konformationsisomere der Prionen (proteinartige infektiöse Partikel = proteinaceous infectious particles):
 
bullet unterscheiden sich nur in der räumlichen Struktur
bulletidentische chemische Eigenschaften
bullet Prionenhypothese von Stanley Prusiner:
bulleterhielt den Max-Planck-Forschungspreis, den Paul-Ehrlich-Preis, die Robert-Koch-Medaille und den Nobelpreis für Medizin
   
bullet nichtinfektiöse Form (PrPC, Prion Protein Cellular):
bullet wird physiologischerweise im Körper gebildet
bullet keine Krankheitsrelevanz!
bullet 254 Aminosäuren (Rind)
bullet α-Helix-Struktur
bulletVorkommen in den Zellen des ZNS
bulletFunktion nicht bekannt (Vermutung: kupferbindendes Protein mit Schutzfunktion vor oxidativem Stress oder an synaptischen Interaktionen beteiligt)
bullet leichte Abbaubarkeit durch Proteasen
bulletgute Löslichkeit
potentiell infektiöse Form (PrPSc, Prion Protein Scrapie-Isoform):
bulletinfektiöse Prionen (z.B. primär durch Nahrung aufgenommen) → katalysieren eine Konformationsumkehr von PrPC (der natürlichen Form, die der Organismus selbst bildet) zu PrPSc (infektiösen Prionen-Proteinen) → Anstoßen einer Kaskade (Umwandlung "gesunder" in "kranke" Isoformen) → Dominoeffekt mit fatalem Effekt
bulletß-Faltblatt-Struktur
bullet amyloidartige Ablagerungen
bulletProteaseresistenz
 
bulletPrionen enthalten keine Nukleinsäuren
bullethitzeresistent (über 100° Celsius)
bulletbeständig gegen viele Desinfektionsmittel
bulletbeständig gegen radioaktive Strahlung

Krankheit:

bullet Frühstadium → psychopathologische Symptome dominieren:
bulletGedächtnis-, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen
bulletängstlich agitierte Zustandsbilder
bulletSchlafstörungen
bulletPersönlichkeitsveränderungen
bulletHalluzinationen
bulletWahnvorstellungen
bulletDepressionen
 
bulletmehrjähriger Verlauf:
bullet neurologische Ausfälle:
bulletGang-, Sprachstörungen
bulletunkontrollierbare Muskelbewegungen (Chorea)
bulletunkoordinierte Bewegungen (Ataxie)
bulletunkontrollierbare Muskelzuckungen (Faszikulationen), die durch Reize ausgelöst werden können
bulletgeneralisierte Krampfanfälle
bulletLähmungen
bulletMyoklonien
bulletprogrediente Demenz
bulletmotorische Störungen mit Pyramidenbahnzeichen (spastische Muskellähmung) bis hin zur Dekortikationsstarre (Enthirnungsstarre)
bulletSehstörungen
bulletCJK endet immer tödlich innerhalb von wenigen Monaten

Diagnostik:

bulletHistologie: 
bulletrunde Löcher im Nervengeflecht (schwammartige Ausbreitung)
bullet labyrinthischen Fraß und blütenartig wuchernde Strukturen
bulletspongioforme Veränderungen des Neuropils mit Neuronenverlust und Astrozytenproliferation
bullet Amyloidplaques
bulletCCT/MRT:
bulletkortikale Atrophie
bullet schwammartigen Veränderungen
bulletEEG:
bulletneue Form (nvCJD): im Vollbild bilateral synchrone rhythmische Komplexe aus biphasischen Wellen mit steilen Abläufen
bullet sporadischen Form (sJCD): triphasische Komplexe, später diffuse Verlangsamung
bulletÜbertragung auf Versuchstiere:
bulletnicht bei allen Formen möglich (Inkubationszeit?)
bulletLiquor:
bulletNachweis bestimmter Eiweiße in der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (14-3-3 Protein)

Therapie:

bulletsymptomatisch

Referenzzentrum:

bulletKonsiliarlaboratorium für spongiforme Enzephalopathie in Kombination mit einem Surveillance-Zentrum für die CJK (SZG) an der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Georg-August-Universität Göttingen

Meldepflicht:

bulletLabor:
bulletdas Konsiliarlaboratorium für CJK (SZG) führt eine eigene Statistik
bulletniedergelassener Kollege:
bulletnach § 6 ist der der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an meldepflichtig!
bulletsiehe Tabelle: Melde- und Erfassungspflicht nach IfSG, meldepflichtige Erkrankungen

 

     

 

 

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